RhönEx - Anschlag auf einen Flohmarkt
Oerlenbach [ENA] Eins vorweg: dies war eine Groß Übung auf dem Gelände der Bundespolizei in Oerlenbach. Aber genau so würde die Schlagzeile lauten: ein Auto ist in einer große Menschenmenge auf einem Flohmarkt gefahren irgendwo in Deutschland, Menschen sind gestorben, es gibt Schwerverletzte und viele Opfer.
So ein Horrorszenario ist im Bereich des möglichen, daher haben sich verschiedene Blaulichtorganisationen in Unterfranken dazu entschieden, so ein großes Ereignis mal real zu trainieren. Welche Organisation und Absprachen dazu im Vorfeld notwendig waren und was im Vorfeld alles dazu koordiniert werden musste, kann man nur erahnen. Im Ernstfall hat man diese Möglichkeit nicht! Aber hier geht es um eine Simulation, hier sind Fehler nicht tödlich! Daher sind solche Simulationen sehr wichtig, hier kann man evaluieren, welche Prozesse schon optimal funktionieren und wo man noch nach steuern muss, denn kein Mensch ist perfekt.
Zu Beginn um 9:00 Uhr gab es erst einmal eine Stärkung für die hunderten Teilnehmenden dieser Übung. Dazu traf man sich in einem großen Saal, der mit hunderten Teilnehmern gefüllt war. Neben der Bundespolizei und der unterfränkischen Polizei waren auch die ganzen Blaulichtorganisationen vom Rettungsdienst mit anwesend und auch mehrere Gäste unter anderem zum reinen zuschauen Vertreter der Bundeswehr und auch Vertreter der Politik von Bürgermeister über Landrat bis hin zum Innen-Staatssekretär, natürlich auch Polizeipräsident und Vize.
Im Rahmen der Begrüßung wurde noch mal betont unter anderem wie wichtig solche Übungen sind, um miteinander bereits im Vorfeld so eines Szenarios die gemeinsamen Prozesse optimal miteinander abstimmen zu können. Hier sind so viele unterschiedliche Bereiche der Blaulichtorganisation im Einsatz, dass jeder Handgriff vorher in der Theorie besprochen und abgestimmt wird, wer an welcher Stelle bei der Simulation teilnimmt. Im Fokus dieser Simulation stand nicht eine Täter Ergreifung. Also der oder die Täter, die das Auto in den Flohmarkt gefahren haben, sondern primär die Versorgung der Verletzten in Form einer Triage (ich berichtete dazu bereits).
Die Medien Vertreter hatten heute die Möglichkeit, die gesamte Simulation Pressetechnisch zu begleiten, auch Videoaufnahmen waren erlaubt. Somit gibt es von dieser Simulation ein Video in Echtzeit. Es beginnt ab dem Moment, wo das Auto in die Menschenmenge im Flohmarkt gefahren ist und wo Menschen aufgrund dieses Anschlags entweder tot oder schwer verletzt oder leicht verletzt um das Auto herum und auf dem Weg des Autos in den Flohmarkt verletzt liegen. Diese Simulation finden Sie auf meinem X Account, den Link dazu werde ich am Ende dieses Artikels veröffentlichen. Es gibt noch mehr Videos, wie es dann weitergeht nach dem Tatort.
Wenn man nicht wüsste, dass es eine Simulation ist, würde man beim Anschauen der Bilder es meiner Meinung nach nicht sofort erkennen. Es geht auf jeden Fall unter die Haut, es ist emotional und wirkt sehr real. Daher empfehle ich das Video nur für Personen ab 16 Jahren anzuschauen, die keine schwachen Nerven haben oder emotional schon einmal so eine ähnliche Situation erlebt haben und dadurch getriggert werden würden. Das Video ist ungeschnitten und unzensiert und ohne KI nach bearbeitet. Alles, was sie in dem Video sehen, ist genau so passiert. Es wirkt wie eine Ewigkeit von dem Zeitpunkt des Anschlags, bis die ersten Rettungskräfte eintreffen, man hört verzweifelte Schreie, Menschen, die heftigste Schmerzen leiden müssen.
Es ist beklemmend und befremdlich nebendran zu stehen und nicht helfen zu können, da man ja offiziell gar nicht da ist, die verletzten Menschen irren teilweise umher und warten und warten, bis die ersten Rettungskräfte eintreffen, von dem Auslösen des Notrufs bis zum Eintreffen der ersten Rettungskräfte vergehen circa 15 Minuten. Aber auch diese ersten Rettungskräfte können nicht alle Menschen vor Ort gleichzeitig versorgen. Diese müssen eine Vorsichtung vornehmen und anhand einer Triage entscheiden, wer sofort abtransportiert werden muss, wer lebensbedrohlich verletzt ist und sofortige Hilfe braucht, bei wem es bereits zu spät ist und auch wer zu Fuß leicht verletzt noch in ein Erstversorgungszentren vor Ort laufen kann.
Dazu gibt es dann noch mal ein weiteres Video, wo die Arbeit der Rettungskräfte im Erstversorgungzentrum gezeigt wird. Im ersten Teil am Tatort, das Video geht circa 24 Minuten erlebt man als Zuschauer die schlimmste Zeit, nämlich die Zeit wo keiner da ist, der medizinisch helfen kann. Die Menschen warten sind verzweifelt schreien umher und die Zeit vergeht einfach viel zu langsam und als dann die ersten Rettungskräfte eintreffen, will natürlich jeder sofort als erstes versorgt werden, auch dies kann man in dem Video sehr real nachempfinden. Die Bedingungen an diesem Samstag für dieses Szenario waren für die Teilnehmenden nicht gerade positiv, bei 7° Außentemperatur und Regen war das nichts für Weicheier.
Wie wichtig diese Übung war, zeigt auch das Interesse der Gäste vor Ort. Neben dem Polizeipräsidenten und dem Polizei Vizepräsidenten waren auch Politiker vor Ort angefangen vom Bürgermeister über den Landrat bis hin zum Innen-Staatsekretär aus Bayern. Sehr viele auch von der Bundeswehr haben als Gast dieses Szenario begleitet und mit dem ein oder anderen gibt es von mir auch einen O-Ton als erstes Feedback direkt nach der Veranstaltung, auch zu finden auf X.
Hier noch, wie versprochen der Link zu meiner Seite auf X mit dem ungeschnittenen Videomaterial von der Groß Übung hier erst einmal das erste Video von dem Tatort selber bis zum Eintreffen der ersten Rettungskräfte. https://x.com/JBehr_Presse/status/2032919915632476451




















































